IT & Gesellschaft

 

An der philosophischen Fakultät forschen nur wenige Fakultätsmitglieder aktiv im Bereich ICT. Doch besitzen sie durch eine Vielzahl von geförderten Drittmittelprojekten ein hohes Niveau an Forschungskompetenz. Die Grundlagen- und Anwendungsforschung adressiert vier Hauptthemen: (1) der Einfluss von ICT auf das soziale und gesellschaftliche Leben (im privaten, öffentlichen und beruflichen Kontext), (2) das Design, der Einsatz und die Evaluation von ICT-Hilfsmitteln und Umgebungen (z.B. in Bezug auf Usability), (3) Vertrauen, Akzeptanz und Glaubwürdigkeit, (4) Sprachliche Verbesserung von Texttechnologien und natürlicher Sprachverarbeitung (NLP). Projekte konzentrieren sich auf ICT im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel, eHealth, urbanem Leben, Mobilität, Energie, industriellen Produktionsumgebungen oder E-Government. Die Forschung ist stark interdisziplinär ausgerichtet und schafft neue, dynamische Formen von interdisziplinärer Kooperation und Zusammenarbeit.

 

Forschungsschwerpunkte IT & Humanity

Der Einfluss von ICT auf das soziale und gesellschaftliche Leben (im privaten, öffentlichen und beruflichen Kontext)

Innerhalb moderner Gesellschaften verändern ICT Anwendungen zunehmend wichtige Bereiche im privaten, öffentlichen und beruflichen Leben der Menschen. Dies erfordert einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Folgen und Faktoren, die individuelle Bedürfnisse und Anforderungen zur Verwendung von ICT-Diensten und -Anwendungen darstellen.
Die Forschung ist darauf ausgerichtet, einen tieferen und breiteren Einblick in die individuellen und gesellschaftlichen Folgen einer sich rasant wandelnden, von Technologie geprägten Welt zu erlangen. Dies äußert sich beispielweise durch den Einfluss von ICT auf soziokulturelle und berufliche Muster, Praxen und Formate oder Wertsysteme und Verhaltensnormen.

Das Design, der Einsatz und die Evaluation von ICT-Hilfsmitteln und Umgebungen (z.B. in Bezug auf Usability)

Das Forschungsthema bezieht sich auf Benutzervielfalt und die Auswirkungen von Alter, Geschlecht, Nutzer- und Aufgabentyp auf die Erfahrungen von ICT Anwendungen (wie müssen ICT Werkzeuge entworfen werden, um alters-, benutzer-, aufgaben- und kontextbezogenen Anforderungen zu entsprechen). Die Forschung konzentriert sich auf die Untersuchung von kognitiv-ergonomischen, visuellen und kommunikativen Grundsätzen von ICT Entwürfen, die Entwicklung und Prüfung von mehrmodalen Hilfssystemen und neuen Generationen von Schnittstellen (z.B. gestenbasierte Schnittstellen) und Nutzungsbarrieren. Relevante Forschungsfragen richten sich an die Multimodalität (welche Modalität funktioniert für welchen Zweck und Benutzer) und die Wechselbeziehung zwischen neuen Formen von Interaktionsmustern und -modalitäten (wie Echtzeit-Handlungen, zusammenarbeitende Communities, geteilte Inhalte, Serious Games oder Feedback in Mobilitäts- und Sicherheitsunterstützung).

Vertrauen, Akzeptanz und Glaubwürdigkeit

Ein höchst relevantes Forschungsthema ist zudem die Frage nach Vertrauen, Akzeptanz und Glaubwürdigkeit von ICT Anwendungen und ihrer theoretischen Konzeption (Modelle, Methoden und Parameter). Mobile Technologien werden zunehmend im privaten Bereich integriert und können persönliche Intimitätsgrenzen überschreiten. Hierdurch werden Bedenken zum Thema Datenschutz, Datensicherheit und Kontrollverlust hervorgerufen. Missbrauch ist ein höchst empfindliches Thema (z.B. Phishing, Stalking, Terrorismus oder Missbrauch geistigen Eigentums). Sensible und detaillierte Informationen zu verschiedenen Themen sind überall und jederzeit verfügbar. Das kann sowohl positive (Produktivität, Mobilität und Wachstum), als auch negative Effekte (Verletzung der Privatsphäre, Sicherheitsbedenken, infrastrukturelle Einschränkungen und Misstrauen in mobile Anwendungen) zur Folge haben. Andererseits ändern sich durch den Gebrauch von digitalen Medien ständig soziokulturelle Konzepte von Vertrauen, Sicherheitsempfinden und Schutz. Folglich sind (ethische, gesetzliche, soziale und kulturelle) Wertsysteme betroffen, was in einer sozial verantwortlichen ICT Forschung berücksichtigt werden muss.

Sprachliche Verbesserung von Texttechnologien und natürlicher Sprachverarbeitung (NLP)

Ein Hauptforschungsthema ist die Entwicklung sprachbasierter Forschungsmethoden zur Analyse von großen Textkorpora (Digitaltexte, Tweets, Blogs, usw.). Dies umfasst die Verbesserung natürlicher Sprachverarbeitung und Methoden des Textmining mit linguistischen Konzepten und Komponenten. Exemplarisch hierfür stehen mehrschichtige linguistische Annotationssysteme sowie methodologische Ansätze, die eine halbautomatisierte Rekonstruktion und Visualisierung von komplexen Argumentationsstrukturen erlauben. Die Methoden werden für verschiedene Forschungsfelder, wie die Angewandte Linguistik, Meinungsformung im Internet oder Akzeptanzforschung verwendet.

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